Für Stadt und Menschen.
Für Stadt und Menschen. 

Die Geschichte des SPD Ortsvereins Burglengenfeld

Man muss sich die Zeit von vor 100 Jahren ins Gedächtnis zurückrufen: 1907 - das war 17 Jahre nach Ende des Bismarck'schen Sozialistengesetzes, das war 7 Jahre vor Ausbruch des 1. Weltkrieges, das war die Zeit des systematischen Aufbaus der Organisationsgliederung der Arbeiterbewegung.

Der SPD-Ortsverein Burglengenfeld hat, insbesondere nach der Hitler-Diktatur, entscheidenden Anteil am Wiederaufbau der Demokratie und am Aufstieg unserer Heimatstadt Burglengenfeld zu einem blühenden Gemeinwesen. Die sozialdemokratischen Bürgermeister, Xaver Muggenthaler und Willi Himmelhuber, haben mit ihren Mehrheiten im Stadtrat die Weichen für eine gute Zukunft in unserer Stadt gestellt.

Die Nummer 1: Himmelhuber Joh.
Tradition und Fortschritt sind die beiden Begriffe, von denen die SPD auch heute noch in Burglengenfeld lebt. Wir sind stolz auf unsere Tradition, aber auch sensibel für die Probleme der Gegenwart. Die ersten schriftlichen Nachrichten über die Gründung des SPD-Ortsvereins Burglengenfeld waren in der "Fränkischen Tagespost" zu lesen, dort wird von einer Gründungsversammlung am 3. Mai 1908 berichtet.

Nach allen mündlichen Überlieferungen erfolgte die Gründung des Ortsvereins im kleinen Kreis bereits 1907. Im Mitgliederbuch des SPD-Ortsvereins Burglengenfeld ist am 5. Mai 1907 unter der Nummer 1 "Himmelhuber Joh." verzeichnet. In diesem Mitgliederbuch sind bis 1919 noch weitere 300 Mitglieder aufgeführt.

Die Mehrheit der Maxhütter Gesamtbelegschaft rekrutierte sich zum größten Teil aus der männlichen Einwohnerschaft von Burglengenfeld. Der Erfolg der gewerkschaftlichen Organisierung der Maxhütten-Arbeiter wurde durch die Gründung des sozialdemokratischen Ortsvereins Burglengenfeld entscheidend beeinflusst.

Die ersten sozialdemokratischen Anfänge waren am 7. Januar 1877 in Burglengenfeld, wo der Augsburger Sozialdemokrat Jakob Endres mit dem Bevollmächtigten der Regensburger Metallarbeitergewerkschaft, Josef Malersdorfer, eine Versammlung abhalten wollte. Nachdem sie vom Wirt des ,,Pfälzer Hofes" abgewiesen wurden, erlaubte ihnen der Besitzer des Gasthofes ,,Zur Post", abends eine Veranstaltung durchzuführen.

Nach einer Versammlung der Sozialdemokraten am 26. Juli 1891 in Burglengenfeld hatte dies zur Folge, dass fünf Maxhütten-Arbeiter fristlos entlassen wurden; weil sie angeblich dem Vortrag des Referenten, Dr. Rüdt aus Heidelberg, ,,nicht entgegengetreten" waren.

Revolution in der Oberpfalz nirgends so radikal
Die offizielle Gründungsversammlung des SPD-Ortsvereins war, vermutlich im Rahmen einer Maifeier, am 3. Mai 1908, also im unmittelbaren Anschluss an die schwere Streikniederlage von 1907/08. Das ganze Ausmaß der Erbitterung der Maxhütten-Arbeiter (unter anderem über den mitverschuldeten Streikbruch der "Christlichen" ) wurde deutlich bei der Revolution 1918/19, die nirgends in der Oberpfalz so radikal, gewalttätig und antiklerikal verlief wie gerade im Maxhütter Industriegebiet.

Die Weimarer Republik war für Burglengenfelder Sozialdemokraten eine Zeit, in der man Anschluß suchte an die große sozialistische Bewegung, aber auch des Alltagskampfes gegen die kommunistische Linke und gegen die immer stärker werdenden Nationalsozialisten. Aus dieser Zeit sind jedoch weder Parteiunterlagen noch politische Dokumente aus Privatbesitz vorhanden, so dass sich die Zeit vor der Nazidiktatur fast nur aus offiziellen Akten (Polizeiberichte, Unterlagen von Ämtern usw.) rekonstruieren lässt.

Versammlungen im Gasthaus „Zu den drei Kronen“
In der Zeit von 1919/20 wurden in Burglengenfeld mehrere Versammlungen durchgeführt. Die Versammlungslokale waren der ,,Pfälzer Hof", das Gasthaus ,,Zum Greif" und das Gasthaus ,,Zu den drei Kronen".

Sicher führte die zunehmende Verelendung der Arbeiterschaft in den 20er Jahren nicht nur zu politischen Bewusstseinsbildung sondern auch zur Radikalisierung gegenüber dem politischen Gegner und der Obrigkeit. Die gemäßigten sozialdemokratischen Stadträte setzten sich in Burglengenfeld deshalb für die Erhöhung der Fürsorgesätze und die Errichtung von gemeindlichen Arbeitsplätzen ein. Im Verlauf des Jahres 1932 konnte die Stadt Burglengenfeld nur noch 60 - 80 % der Wohlfahrtsunterstützung auszahlen.

Ein weiterer Schwerpunkt der sozialdemokratischen Parteiarbeit war die Motivation der Anhänger zu sportlicher Betätigung. So konnte am 12. Mai 1929 der Grundstein zum Turnhallenbau des Freien Turn- und Sportvereins gelegt werden, wo in den folgenden Jahren zahlreiche SPD-Veranstaltungen stattfanden.

SPD-Bürgermeister und Sportvereinsvorsitzender
Der 1. Vorsitzende des Vereins war der Fabrikarbeiter Xaver Muggenthaler, der nach 1945 der erste SPD-Bürgermeister der Stadt war. Die Turnhalle Am Sand wurde ausschließlich in Eigenleistung der sozialdemokratischen Mitglieder erbaut. Stolz konnte man dort sozialdemokratische Besuchergruppen aus Regensburg und anderen Orten empfangen. Besonderes Gewicht wurde auf den Radsport gelegt. Der sozialdemokratische Arbeiter-Radfahrer-Bund ,,Solidarität" (ARB) dessen Fahne sich heute noch im Besitz des Ortsvereins befindet, vereinte Politik und Sport.

Die politischen Aktivitäten der Sozialdemokraten wurden durch die Nationalsozialisten auf ein Minimum beschränkt, dazu kam, dass viele Genossen eingezogen waren.

Nach der Kapitulation des 3. Reiches am 8. Mai 1945 übernahmen die Siegermächte die Regierungsgewalt in Deutschland. Bayern war in der amerikanischen Zone. Das Potsdamer Abkommen vom August 1945 erlaubte die Gründung von demokratischen Parteien. In Burglengenfeld wurde der Antrag auf Wiedergründung der Partei gestellt, dafür benötigte man ein Parteiprogramm, die Statuten und ausgefüllte Fragebögen über die politische Vergangenheit. Die Entscheidung über die Genehmigung lag letztlich beim örtlichen Beamten der Militärregierung.

Am 7. Oktober 1945 trafen sich ca. 30 frühere Mitglieder der SPD zu einer Vorbesprechung. Xaver Muggenthaler erläuterte den Anwesenden die von der Militärregierung gestellten Bedingungen und schlug eine Wahl für einen provisorischen Ausschuss vor. Folgende Genossen wurden zu einer vorläufigen Vorstandschaft gewählt:

1. Vorsitzender Xaver Muggenthalter
2. Vorsitzender Anton Holzwarth
Kassier Josef Nicklas
Schriftführer Josef Fischer

Die Genossen dieser ersten Parteibesprechung waren es auch, die am 1. November 1945 bei der amerikanischen Militärregierung den Antrag auf Gründung einer demokratisch-politischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei im Landkreis Burglengenfeld, stellten. Mit ihren Unterschriften bekundeten diese Männer ,,der ersten Stunde" ihren Willen, am politischen Geschehen wieder aktiv mitzuwirken und Verantwortung beim Aufbau der Demokratie in Deutschland zu übernehmen.

Bürgermeister Xaver Muggenthaler
Am 9. Januar 1946 erhielten die Burglengenfelder Sozialdemokraten die Genehmigung der amerikanischen Militärregierung. Die erste freie Gemeindewahl fand am 27. Januar 1946 statt und brachte folgendes Ergebnis:

SPD 8 Sitze, CSU 5 Sitze, KPD 2 Sitze

Der erste demokratisch gewählte Bürgermeister nach dem Krieg hieß Xaver Muggenthaler, 2. Bürgermeister wurde Karl Gruber, dazu kamen folgende SPD-Stadträte:

Johann Karl, Ludwig Lang, Josef Nicklas, Willi Himmelhuber, Fritz Halbedel, Josef Besold, Johann Rapp, Weiler Georg.

Im Anschluss an den Wahlkampf kam es im Juni 1946 zu einer Urabstimmung der Mitglieder, bei der es um die Verschmelzung der SPD und der KPD ging. Es sprachen sich 116 von 119 wahlberechtigten Mitgliedern gegen eine Verschmelzung von SPD und KPD aus.

Nach dem Zusammenbruch der Naziherrschaft begann nun die schwierige Zeit des Wiederaufbaus. Im Kreisgebiet Burglengenfeld lebten im Oktober 1946 mehr als 11.000 F1üchtlinge und Evakuierte. Zwar wurden die Fremdarbeiterlager im Bereich Schmidmühlen, Kallmünz und Rohrbach allmählich aufgelöst und die Menschen in ihre Heimatländer zurückgebracht, dennoch herrschte ein katastrophaler Wohnungsmangel. Die durchschnittliche Wohnfäche pro Person betrug weniger als 5 qm, mindestens zwei bis drei Personen mussten sich ein Zimmer teilen.

Dies bedeutete für die damalige Stadtverwaltung eine enorme Herausforderung. Eine der wichtigsten Aufgaben war daher auch die Schaffung von Wohnraum für Vertriebene.

Neue Siedlungsgebiete entstanden, z.B. ,,Am Sand", ,,Holzheimer Straße", usw.

Neue Wohnungen, neue Wasserversorgung und neue Schulen
Neben den dringend notwendigen Wohnungen für die Flüchtlinge gab es noch weitere große Aufgaben zu bewältigen, so wurde die Kanalisation im Kern-Stadtgebiet erneuert, die Schulraumnot durch den Ausbau des Zentralschulhauses in den Jahren 1950/51 beseitigt. Nach einigen Jahren kam es zur Gründung der Mittelschule am Fuße des Kreuzbergs, dadurch verbesserte sich das Bildungsangebot deutlich. Ein weiterer Kraftakt war die Erneuerung der unzureichenden, jahrzehntealten Wasserversorgung, die in den Jahren 1952/53 den Abschluss fand.

Die Aufbauarbeit unter Bürgermeister Xaver Muggenthaler war in vollem Gange und wurde nach seiner Pensionierung von Bürgermeister Willi Himmelhuber kontinuierlich, zusammen mit dem von der SPD geführten Stadtrat, fortgesetzt.

Bürgermeister Heinz Karg
Im Jahre 1970 verlor man das Bürgermeisteramt und kurz darauf auch die Mehrheit im Stadtrat. Es gelang den Burglengenfelder Sozialdemokraten nach und nach aus der Talsohle herauszukommen und wieder an politischem Gewicht zu gewinnen. Dies gelang 1990, als Heinz Karg mit einer überwältigenden Mehrheit zum neuen Bürgermeister gewählt wurde und auch die SPD wieder die Mehrheit im Stadtrat erreicht.

Den Wahlerfolg wiederholten die Sozialdemokraten 1996, 2002 und 2008 – jedes Mal stellten sie die stärkste Stadtratsfraktion und mit Heinz Karg den Bürgermeister.

 

Nachdem die Kommunalwahl 2014 der SPD nicht mehr den Bürgermeister sicherte, kämpft die SPD mit neuem Team, sieben Stadtratssitzen und in Kooperation mit Bündnis 90 / Die Grünen für eine gute Zukunft in Burglengenfeld.

Termine

Termine Okt. 2017
OV-Fraktionskalender-Oktober-2017.pdf
PDF-Dokument [278.5 KB]

Kontakt

SPD Burglengenfeld

c/o Peter Wein, 1. Vorsitzender
Pfarrer-Graf-Straße 4
93133 Burglengenfeld

+49 151 61233885

info@spd-burglengenfeld.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
(c) SPD Burglengenfeld 2017